Eine Website selbst erstellen – ganz einfach? Oder doch nicht?

„Mit einem Baukastensystem erstellen Sie in wenigen Schritten eine kostenlose professionelle Website in 10 Minuten – ganz ohne Vorkenntnisse im IT-Bereich. Sie geben nur noch Texte und Bilder ein und schon ist sie fertig – die perfekte Website!“ – so werben viele Anbieter.

Denke ich noch selbst an meine eigene erste selbsterstellte Website, die ich mühsam programmieren musste, ohne Programmierer zu sein, dann hat sich tatsächlich inzwischen viel getan. Heute muss man keine Seite mehr von Grund auf entwerfen, sondern kann tatsächlich auf verschiedene Systeme zurückgreifen. 

Aber ist es tatsächlich so einfach, wie es versprochen wird?

Um eines vorweg zu nehmen, man braucht Ausdauer, Geduld, Spaß, Herzblut und Interesse an der Technik (zumindest etwas) sowie den richtigen Zeitpunkt, um die Website zu veröffentlichen.

Und… es dauert immer länger als man denkt!

Das Erstellen einer Website lässt sich grob in fünf Schritte einteilen: Inhalte

  • Inhalte
  • Aussehen
  • Anbieter
  • Umsetzung
  • Veröffentlichung

1. Inhalte

Die Inhalte sind das A und O einer Website, denn durch gute Inhalte will man eine enge Kundenbeziehung aufbauen. Sie sollten kurz und knackig sein, alle relevanten Infos auf einen Blick enthalten und zielgerichtet auf die Buyer Persona sein! 

Weniger ist manchmal mehr, insbesondere was Zertifikate, Logos, Werbung etc. betrifft. Niemand will durch anspringende Werbung oder Logos vom eigentlichen Inhalt abgelenkt werden. 

Wie wichtig der Content ist, habe ich in meinem Artikel „Digitales Marketing“ beschrieben!

Fotos! Fotos sind ebenfalls ganz wichtig. Aber woher bekommt man sie? Welche passen? Wie ist das rechtlich?

2. Aussehen

Das hängt natürlich ganz von der Dienstleistung oder dem Produkt ab. Aber natürlich schauen alle, die sich mit der Gestaltung ihrer Website beschäftigen, bei der Konkurrenz und entwickeln bestimmte Vorstellungen davon, wie ihre Seite aussehen soll.

3. Anbieter

Als nächstes stellt sich die Frage, für welchen Anbieter man sich entscheidet. Hier gibt es viele verschiedene Angebote, die man unter dem Aspekt „was benötige ich wirklich“ und „was ist für mich einfach händelbar“ unbedingt vergleichen sollte. 

Kostenlos oder kostenpflichtig?

Nachteil bei den kostenlosen Seiten ist, dass nur eingeschränkte Funktionen geboten werden. Zudem wird meistens Werbung des Baukasten-Anbieters oder eines Dritten auf ihrer Website angezeigt, denn darüber finanzieren sich die vielen Dienstleister.

Möchten man dagegen eine komplexe Seite mit vielen Unterseiten oder Features wie Kontaktformular, Kundenbereich-Login, dann kommt hierfür nur ein kostenpflichtiger Bereich in Frage.

Für welchen Anbieter man sich auch entscheidet, man sollte erst einmal mit einer kleineren Version anfangen. Upgraden ist bei allen möglich.

4. Umsetzung

Hat man sich nun für einen Anbieter entschieden, geht es an die Umsetzung. Oft stehen sich hier Vorstellung und Umsetzung gegenüber, auch schon, weil vieles im Rahmen eines Baukastensystems nicht möglich ist. Hier muss man einfach flexibel sein!

Aufbau, Seiten, Unterseiten, Blog, Verlinkung, rechtliche Vorgaben – da gibt es viel zu beachten!

5. Veröffentlichung

Hat man nun alles geschafft, geht es an die Veröffentlichung. Da wird hier noch mal verbessert, da noch einmal geschaut… 

Nein – 100%ige Perfektion gibt es nicht. Man sollte es daher als Work in Progress ansehen, ansonsten wird die neue Website nie veröffentlicht. 

Warum sollte man eine eigene Website selbst erstellen?

Gerade Selbstständige oder kleinere Unternehmen wollen Geld sparen und lieber ins Geschäft investieren, als in die Werbung – nichts anderes ist die Website. Und vor allem denken viele, es sei von Vorteil, dass man selbst viel mehr im Thema ist!

Was spricht dagegen?

Doch selber im Thema zu sein, ist nicht unbedingt von Vorteil. So kann die Website sehr unübersichtlich sein, ist viel zu allgemein gehalten und nicht zielgruppenorientiert. Wichtige rechtliche Aspekte werden oft nicht beachtet. 

Und es kostet Zeit! Zeit, die man für die Unternehmenstätigkeit bräuchte!!!

Resümee:

Jeder sollte sich selbst einschätzen, ob er oder sie wirklich die Zeit und Geduld aufbringt, eine eigene Website zu erstellen oder ob es nicht doch besser ist, sich die Hilfe und die Erfahrung eines Experten zu suchen. Gerade auch der Blick von außen – aus der Sicht eines Kunden/Patienten – ist oft sehr hilfreich. So hatte z.B. ein Zahnarzt auf seiner Website medizinische Fotos von Patienten veröffentlicht. Für Kollegen sicherlich interessant, aber nicht für Patienten. Diese wollen das nicht sehen!!! In einem anderen Fall hatte eine Sängerin viele schöne Fotos auf ihre Website gestellt. Dass sie aber auch als Sängerin für Feste, Veranstaltungen zu buchen ist, ging nirgendwo hervor. Und da gibt es noch viele weitere Beispiele….

Man darf nicht vergessen: Das Kaufverhalten der Kunden hat sich in den letzten Jahren nachhaltig verändert. Wer etwas kaufen will oder einen Dienstleister sucht, sucht heute im Internet. 

Die Website ist die Visitenkarte und bestimmt über den ersten Eindruck, den das Unternehmen oder der Selbstständige vermitteln will. Und der erste Eindruck zählt!

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